Leder ist ein besonderes Naturmaterial, jedes Leder erzählt seine eigene Lebensgeschichte. Aber auch die Verarbeitung kann sehr unterschiedlich sein. Beliebt war beispielsweise in den 80er oder 90er Jahren gefärbtes Anilinleder, kunstvoll mit einem Muster bedruckt. Der Kontrast zwischen der weichen und samtigen Oberfläche des Anilinleders und dem bedruckten, flächendeckenden Muster war auffallend. Mittlerweile wird diese Art der Herstellung nicht mehr angewendet.

Ledersessel oder andere Ledermöbel sind einmalige Unikate, die im Laufe der Jahre ganz individuelle Färbungen und Oberflächenstrukturen bekommen. Ihr persönliches Nutzungsverhalten gibt Ihren Möbeln, beispielsweise Ihrem Ledersessel, eine beispiellose Note. Umso mehr haben diese exklusiven Einrichtungsgegenstände es verdient, gut gepflegt zu werden und eine lange Lebensdauer geschenkt zu bekommen.

Hier finden Sie ein paar Inspirationen und Anregungen, wie Sie dies tun können.

Wie pflege ich mein Ledermöbelstück am besten?

Das Naturmaterial wird unterschiedlich verarbeitet und ist je nach Bearbeitungsschritten offenporiger oder geschlossener. Besonders dicke Häute werden in ihrer Dicke halbiert oder sogar gedrittelt – diesen Vorgang nennt man „spalten„.  Die Lederhersteller gewinnen so vier oder sogar sechs neue Oberflächen, die entsprechend Ihrer Eigenschaften weiterverarbeitet werden. Die Oberfläche, die durch die „Spaltung“ entsteht, ist griffig und rau – vergleichbar mit dem Veloursleder (der Unterseite der gesamten Lederhaut). Die neu herausgetrennte, mittlere Schicht nennt sich Spaltleder und reißt in groben Fasern aus, falls es einmal einen Riss gibt. Die Qualität eines solchen Leders ist eher minderwertig.

Die Oberseite (auf der das Fell war) nennt man Narbenseite, aus ihr entsteht das Glattleder oder das leicht angeraute Anilinleder, mit seiner samtigen und warmen Haptik. Hochwertiges und naturbelassenes Anilinleder ist das teuerste und pflegeintensivste Leder, hierbei werden nur die besten Häute ohne Schönheitsmakel wie Narben oder Insektenstiche weiterverarbeitet.

Oft wird das Glattleder gefärbt und durch die Färbung eine weitere Schutzschicht aufgetragen, die das Leder alltagstauglich für Familien mit Kindern oder Tieren macht. Hier bekommen Sie Flecken oder kleine Missgeschicke gut wieder weg.

Von den unterschiedlichen Oberflächen und Verarbeitungsschritten hängt nun ab, wie empfindlich oder robust, wie weich oder hart die Oberfläche Ihres Möbelstücks ist. Man spricht dabei auch von „Offenporigkeit“ – damit wird unter anderem beschrieben, wie stark die Oberfläche angeraut oder versiegelt wird. Naturbelassenes Leder und Spaltleder oder Veloursleder benötigt wesentlich mehr Pflege als gefärbtes, imprägniertes Glattleder.

Sie sollten Ihren Ledersessel oder andere Ledermöbel am besten ein- bis zweimal im Jahr mit einer Ledermilch, Pflegeöl etc. pflegen. Bestimmen Sie dazu am besten zuerst die Lederart und lassen Sie sich von geschultem Fachpersonal gern diesbezüglich beraten. Glattleder und Rauleder sind grundsätzlich unterschiedlich zu behandeln. Rauleder ist das Spaltleder, Veloursleder und angerautes Glattleder.

Sie sollten Ledermöbel, wie andere empfindliche Möbel auch, nie direkt in die Sonne stellen. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer des Leders. Das UV-Licht schädigt die Struktur und blasst die Farbe aus.

Im Schnitt und bei guter Pflege hält Ihnen Ihr Möbelstück gut und gerne ein oder mehrere Jahrzehnte. Man sagt, die Lebensdauer eines Ledersessels variiert zwischen fünf und 25 Jahren, natürlich abhängig von der Qualität des Leders, Tiers und Ihrer Pflege.

Machen Sie den Test! In welchem Zustand befindet sich Ihr Ledermöbelstück?

Wenn Sie zu Hause überprüfen möchten, wie sehr Ihr Möbelstück Pflege (zum Beispiel in Form von Rückfettungssprays) benötigt, können Sie einen einfachen Test durchführen, für den Sie keinerlei Hilfsmittel benötigen.
Drücken Sie einmal mit Ihrem widerstandsfähigsten Finger in das Leder – falls sich an der hinein gedrückten Stelle Falten bilden, wissen Sie: es wird Pflege benötigt. Wenn das Leder jedoch geschmeidig bleibt und keine Falten zu sehen sind, haben Sie noch etwas Zeit bis zur ersten oder nächsten Pflegeeinheit.

Geht das Leder nur langsam wieder zurück in die Ausgangsform, ist es zu trocken. Sie sollten nun eine Pflege verwenden, sonst könnten sich Risse bilden. Sie sind erstens nicht schön und zweitens fördert Trockenheit den gesamten Alterungsprozess, schlimmstenfalls entstehen dadurch größere Risse im Material. Sind Risse bereits da? Nach der Reinigung können Sie erstmal mit Lederfett rückfetten und die Pflege zwei volle Tage einziehen lassen und danach vorsichtig abtragen. Während dieser Zeit dürfen Sie das Leder nicht berühren, denn dadurch können ungewünschte Fettflecken entstehen.

Retro_Ledersessel_in_gruen
Sofa Cuneo - 2-Sitzer, Leder, Cognac
Sessel Cuneo - drehbar, Stoff, Senfgelb, Leder, Senfgelb

Reinigung & Pflege bei unterschiedlichen Ledersorten

Eine regelmäßige Reinigung und Pflege ist natürlich bei einem Ledermöbelstück nicht zu vernachlässigen, sodass die Schönheit und Langlebigkeit so lange wie möglich erhalten bleibt. Ledermöbel sind sehr strapazierfähig, aber können dennoch empfindlich reagieren. Sonnenstrahlen, die direkt auf das Leder treffen, sollten vermieden werden, da die Oberfläche sonst ausbleichen kann.

Beginnen Sie bei der Reinigung mit dem Absaugen des Sofas, um Staub und Dreck zu entfernen. Wenn möglich, nutzen Sie einen speziellen Polsteraufsatz für den Staubsauger. Saugen Sie Ihren Sessel oder Sofa regelmäßig mit einem weichen Bürstenaufsatz ab. Dadurch vermeiden Sie, dass Krümel Ihr hochwertiges Leder beim Einreiben des Mittels zerkratzen.

Wichtig ist in jedem Fall, die Oberfläche vor der Pflege erst zu reinigen und dann die Pflege aufzutragen, damit durch den vorhandenen Schmutz kein Abrieb auf dem Leder passiert oder dieser weiter eingearbeitet wird. Bei relativ geschlossen-porigem Glattleder können Sie auch alle paar Monate einmal feucht über Ihren Ledersessel wischen. Bei aufgerautem Leder wie Veloursleder oder naturbelassenem Anilinleder wäre allerdings Vorsicht geboten oder sogar davon abzuraten, da hier Flecken entstehen könnten bei zu viel Feuchtigkeit.

Wenn Sie sich für eine helle Farbe entschieden haben, ist es ratsam, die ersten Jahre ein Versiegelungsmittel zu verwenden, damit keine Kleidung abfärben kann. Mit dem Reiniger sollten Sie kleinflächig umgehen und den Schmutz direkt mit einem weichen Tuch nach innen hin aufnehmen. Wenn Sie sich so über die Oberfläche vorarbeiten, machen Sie sicher nichts falsch.

Der unaufhaltsame Alterungsprozess benötigt dauerhafte und konstante Pflege, anders als bei Polstermöbeln (um die muss man sich im Zweifelsfall nur nach einer Verschmutzung kümmern). Sie können auch gerne mit einem Lappen und etwas destilliertem Wasser die Lederoberfläche leicht feucht abwischen. Destilliertes Wasser ist deshalb wichtig, da hierdurch normalerweise keine Ränder entstehen.

Haben Sie jedoch hartnäckige Flecken auf Ihrem Ledermöbelstück, so können Sie diese mit einem speziellen Lederreiniger entfernen. Schauen Sie dabei unbedingt, welches Mittel zu Ihrem Leder passt, Sie finden hierzu in entsprechenden Produktkatalogen genaue Beschreibungen. Tragen Sie den Reiniger vorsichtig auf und lassen Sie das Sofa hinterher vollständig trocknen, um eine Schimmelbildung zu verhindern. Achten Sie auch darauf, dass Sie die Flecken so schnell wie möglich entfernen. Flecken sollten Sie ganz allgemein so zeitnah wie möglich mit einem Tuch aufnehmen und abtragen, am besten immer von außen nach innen um den Fleck nicht größer zu machen. Bei Fettflecken können Sie spezielle Entferner einwirken lassen.

Weitere Hilfsmittel und worauf Sie beim Kauf der Pflegeprodukte achten sollten

Polsterstuhl Macano - Leder & Stoff, Beige, Cognac

Alternativ gibt es auch weiche Bürsten, mit denen das Leder regelmäßig trocken abgebürstet werden kann. Wenn Sie sehr empfindliches Leder besitzen, können Sie auch zu einem Staubwedel greifen oder das Möbelstück mit kalter Luft aus Ihrem Föhn von Staub und Schmutz befreien.

Für die unterschiedlichen Lederarten benötigen Sie individuell zugeschnittene Pflege- und Reinigungsprodukte. Tipp am Rande: riechen Sie unbedingt vor dem Kauf oder Auftragen des Mittels an dem Produkt. Manchmal ist der Geruch sehr stark und gewöhnungsbedürftig. Falls dieser nicht Ihrem Geschmack entsprechen sollte, wäre es ratsam ein anderes Produkt zu verwenden, da dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so schnell verfliegt, wie Sie es sich dann wünschen würden.

Es gibt sehr unterschiedliche Produkte, generell ist es sehr ratsam sich an professionelle Marken oder FachberaterInnen zu halten, da bei größeren Herausforderungen vielleicht mehr kaputt gemacht als gerettet werden könnte. Sie könnten Hausmittel aus dem Internet zunächst an einem weniger wertvollen Gegenstand ausprobieren, bevor Sie sie auf Ihrem hochwertigen Ledermöbelstück verwenden.

Kugelschreiberlinien können Sie versuchen zu entfernen, indem sie mit einem Tesafilm die entsprechende Stelle abkleben und mit einem Kugelschreiber oder einem anderen Stift nachfahren um so etwas von der Farbe über die Klebeseite des Tesafilms abzutragen. Sie können diesen Vorgang mehrfach wiederholen, bis Sie das gewünschte Ergebnis erzielt haben.

Wenn Ihr Lieblingssessel einmal einen leckeren Minzkaugummi vernascht hat, können Sie den Tesafilm gleich da lassen: in ausgehärtetem Zustand können Sie versuchen, diesen damit abzutragen. Kaugummi lässt sich allerdings auf verschiedene Arten entfernen. Als weitere Variante bietet sich an, den Kaugummi einzufrieren. Dazu können Sie einen Kühlpack in ein Tuch eingewickelt oder einen Eiswürfel in einen Gefrierbeutel geben, damit keine Wasserflecken auf das Leder kommen. Diesen legen Sie nun auf die betroffene Stelle und warten, bis sich die Kaugummikonsistenz ausgehärtet hat. Nun können Sie mit einer weichen Zahnbürste versuchen, die Reste abzubürsten. Danach empfehlen wir, eine Lederpflege aufzutragen.

Herausforderungen wie die folgenden würden wir in die Hände von Spezialisten geben: Risse im Leder, vor allem wenn die Farbschicht sich partiell schon verabschiedet; besonders speckige Stellen beispielsweise an Arm- oder Kopfstellen oder ausgeblichene Flächen bei Anilinleder mit sehr starkem Farbkontrast zu anderen Seiten, die dem UV- Licht nicht so stark ausgesetzt waren.

Stressless Leder Stoffpreis

Einrichtungsideen für Ihre Ledermöbel

Wie pflege ich einen Ledersessel richtig?

Ein Ledersessel sollte regelmäßig von Staub und Krümeln befreit werden, am besten mit einem weichen Tuch oder einem Staubsauger mit Polsteraufsatz. Vor jeder Pflege sollte das Leder zuerst gereinigt werden, damit Schmutz nicht in die Oberfläche eingerieben wird. Je nach Lederart kann anschließend eine passende Ledermilch, ein Pflegeöl oder ein anderes geeignetes Lederpflegemittel verwendet werden. Wichtig ist, Glattleder und Rauleder nicht gleich zu behandeln, weil sie unterschiedlich empfindlich auf Feuchtigkeit und Pflegeprodukte reagieren. Der Artikel erklärt gut, warum die richtige Pflege immer mit der Bestimmung der Lederart beginnt.

Wie oft sollte man Ledermöbel pflegen?

Viele Ledermöbel sollten etwa ein- bis zweimal im Jahr gepflegt werden, je nach Lederart, Nutzung und Standort. Wenn das Leder trocken wirkt, Falten bildet oder nach Druck nur langsam in seine Form zurückgeht, kann eine Pflege früher sinnvoll sein. Besonders stark genutzte Stellen wie Armlehnen, Sitzfläche und Kopfbereich brauchen meist mehr Aufmerksamkeit. Zu viel Pflege ist aber ebenfalls nicht ideal, weil ungeeignete oder überdosierte Produkte Flecken oder speckige Stellen verursachen können. Im Artikel wird dieser Pflegerhythmus gut eingeordnet und mit einem einfachen Test zur Leder-Trockenheit ergänzt.

Kann man einen Ledersessel feucht abwischen?


Das hängt stark von der Lederart ab. Relativ geschlossenporiges Glattleder kann man gelegentlich vorsichtig mit einem leicht feuchten Tuch abwischen, idealerweise mit destilliertem Wasser, damit keine Ränder entstehen. Bei offenporigem Leder, Anilinleder, Veloursleder oder Rauleder sollte man mit Feuchtigkeit sehr vorsichtig sein, weil schnell Flecken entstehen können. Grundsätzlich sollte Leder nie durchnässt werden und nach der Reinigung vollständig trocknen können. Der Artikel erklärt diesen Unterschied sehr wichtig, weil falsches Wischen bei empfindlichem Leder mehr Schaden als Nutzen anrichten kann.

Wie bekomme ich Flecken aus Leder heraus?

Flecken auf Leder sollten möglichst schnell behandelt werden, bevor sie tief in die Oberfläche einziehen. Am besten nimmt man Flüssigkeit oder Schmutz vorsichtig mit einem weichen Tuch auf und arbeitet dabei eher von außen nach innen, damit der Fleck nicht größer wird. Für hartnäckige Flecken sollte ein Lederreiniger verwendet werden, der ausdrücklich zur jeweiligen Lederart passt. Hausmittel aus dem Internet sind riskant und sollten höchstens an einer unauffälligen Stelle oder an einem weniger wertvollen Lederstück getestet werden. Der Artikel zeigt gut, warum bei Flecken Schnelligkeit, Vorsicht und das passende Reinigungsprodukt entscheidend sind.

Warum sollte ein Ledersessel nicht direkt in der Sonne stehen?

Direktes Sonnenlicht kann Leder auf Dauer austrocknen und ausbleichen. Besonders naturbelassene oder empfindliche Lederarten reagieren stark auf UV-Licht und können deutliche Farbunterschiede entwickeln. Auch Wärmequellen wie Heizkörper können das Material zusätzlich austrocknen und die Bildung von Rissen begünstigen. Deshalb sollte ein Ledersessel möglichst so stehen, dass er nicht dauerhaft starker Sonne oder Hitze ausgesetzt ist. Der Artikel erklärt gut, dass der Standort eines Ledermöbels ein wichtiger Teil der Pflege ist und die Lebensdauer deutlich beeinflussen kann.

Was tun, wenn Leder trocken wird oder Risse bekommt?

Wenn Leder trocken wirkt, sollte es nach einer passenden Reinigung mit einem geeigneten Pflegeprodukt rückgefettet werden. Bilden sich beim Eindrücken Falten oder geht das Leder nur langsam zurück, ist das ein Hinweis darauf, dass Pflege nötig ist. Bei leichten Trockenheitserscheinungen können Ledermilch, Lederfett oder Rückfettungssprays helfen, wenn sie zur Lederart passen. Bei tiefen Rissen, stark speckigen Stellen oder ausgeblichenen Flächen sollte man besser einen Fachbetrieb hinzuziehen. Der Artikel macht diesen Unterschied gut deutlich und zeigt, wann normale Pflege reicht und wann professionelle Hilfe sinnvoller ist.

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