Ratgeber für den Kauf einer Matratze

Ob beim Auszug aus dem Elternhaus in ein eigenes kleines Heim oder beim Austausch der alten Matratze nach ein paar Jahren: irgendwann steht jeder von uns vor der Aufgabe eine neue Matratze zu kaufen. Da sich eine Matratze bei guter Pflege bis zu zehn Jahre halten kann, sollte die Entscheidung zwischen den vielen verschiedenen Matratzen daher gut durchdacht sein. Außerdem wirkt sich eine Matratze maßgeblich auf unser Schlafempfinden aus und dementsprechend auch auf unsere Gesundheit. Nur wer erholsam schläft, kann auch fit und gesund in den neuen Tag starten.

Um Ihnen bei der Entscheidung der richtigen Matratze zu helfen, möchten wir Ihnen in diesem Beitrag ein paar Tipps für den Kauf einer neuen Matratze geben. Wir werden Ihnen die drei wichtigsten Matratzenarten vorstellen und die jeweiligen Vor- und Nachteile aufzeigen.

Vor dem Matratzenkauf: Schlafverhalten analysieren

Da jeder Mensch individuell ist, unterscheidet sich auch das Schlafverhalten von Person zu Person. Die verschiedenen Matratzenarten können sich daher ganz unterschiedlich auf eine Person auswirken. Nicht jede Matratze ist für jeden geeignet. Daher stellen Sie sich selber einmal einige Fragen zu Ihrem Schlafverhalten, bevor Sie sich für eine Matratze entscheiden:

  • Wie schlafe ich? Wie ist meine häufigste Schlafposition? Schlafe ich auf dem Rücken, dem Bauch oder auf der Seite?
  • Wie ist mein Schlafverhalten? Bewege ich mich häufig während des Schlafens?
  • Bin ich empfindlich gegenüber Temperaturen? Schwitze ich schnell während des Schlafens? Friere ich schnell während des Schlafens?
  • Wie viel wiege ich?
  • Habe ich Allergien? (z.B. gegen Hausstaub, Milben)
  • Habe ich orthopädische Probleme? (z.B. Rückenschmerzen)

Die Matratzenarten: Federkern, Kaltschaum oder Visco

Grundsätzlich bestehen alle Matratzen aus einem Matratzenmantel und einem Matratzenkern. Die großen Unterschiede und die individuellen Eigenschaften bringt das Innere der Matratze, der Matratzenkern. Hierbei unterscheiden wir zwischen den vier großen Matratzenarten: Federkernmatratzen, Kaltschaummatratzen und Viscomatratzen. Im Folgenden werden alle Matratzenarten kurz erklärt und die Vor- und Nachteile aufgelistet.

1. Federkernmatratzen

Der Aufbau von Federkernmatratzen ist meistens dreiteilig. In der Mitte befinden sich Stahlfedern, die von oben und unten mit Filz oder Vlies abgedeckt werden. Diese Schicht sorgt dafür, dass die darauffolgende Polsterung vor dem Druck der Federn geschützt wird. Für eine bequeme Polsterung dienen Schaumstoffmatten. Anschließend wird dann ein Bezug verwendet, der die gesamte Matratze und ihr Innenleben einschließt. Da der Aufbau oben sowie unten identisch ist, kann die Matratze beidseitig verwendet werden.

Prinzipiell lassen sich drei verschiedene Arten der Federkernmatratzen unterscheiden: Bonnellfederkerne, Taschenfederkerne und Tonnentaschenfederkerne. Alle Federkerne überzeugen mit einer optimalen Stützkraft, einer hohen Punktelastizität und einer hervorragenden Atmungsaktivität. Taschenfederkerne und Tonnentaschenfederkerne weisen jedoch im Gegensatz zu den Bonnellfederkernen eine noch höhere Punktelastizität auf. Das bedeutet, dass durch die Anordnung und die Form der Federkerne Belastungsdruck besser und gezielter verteilt werden kann und Sie dadurch ein einzigartiges Liegegefühl empfinden werden. Durch die gezielte Druckentlastung gelten Taschenfederkerne und Tonnentaschenfederkerne demnach als sehr geeignet für Personen mit Rückenproblemen.

Vorteile von Federkernmatratzen:

  • Gute Punktelastizität
  • Atmungsaktiv
  • Bonnellfederkern recht preisgünstig
  • Geeignet bei höherem Körpergewicht
  • Robust und langlebig

Nachteile von Federkernmatratzen:

  • Nur mit einfachen Lattenrosten kompatibel
  • Geräusche möglich
  • Gefühl von viel Bewegung möglich

Fazit der Federkernmatratzen
Federkernmatratzen sind besonders für diejenigen geeignet, die nachts schneller schwitzen, eine optimale Unterstützung während des Liegens benötigen und/oder gerne auf dem Rücken oder dem Bauch schlafen. Durch die gute Luftzirkulation sind Federkernmatratzen weniger für Personen geeignet, die nachts schneller frieren. Außerdem eignet sich die Federkernmatratze nicht für Allergiker. Gegen Hausstaub oder Milben sollten Allergiker lieber auf eine Latexmatratze zurückgreifen.

2. Kaltschaummatratzen

Grundsätzlich bestehen Kaltschaummatratzen aus zwei verschiedenen Komponenten: dem Matratzenbezug und dem Kaltschaum. Der Kaltschaum wird aus dem Werkstoff Polyurethan gefertigt, der gesundheitlich völlig unbedenklich ist. Durch die spezielle Verarbeitungsmethode gewinnt der Name der Matratze an Bedeutung, denn durch die niedrigen Verarbeitungstemperaturen werden die gewünschten Eigenschaften von Kaltschaummatratzen erreicht. Kaltschaummatratzen überzeugen besonders durch eine hohe Punktelastizität und einer angenehmen Wärmeisolierung. Der Bezug von Kaltschaummatratzen wird aus verschiedenen Schaumstoffschichten hergestellt, die von Luftkanälen unterbrochen werden. Das sorgt für eine gute Luftzirkulation.

Vorteile von Kaltschaummatratzen:

  • Angenehme Körperunterstützung
  • Gute Luftzirkulation
  • Wärmeisolierung
  • Hygienisch
  • Leicht und preisgünstig

Nachteile von Kaltschaummatratzen:

  • Lattenrost mit geringen Abständen der Latten notwendig
  • Kurzzeitige Geruchsbildung nach dem Auspacken
  • Nicht für schnell schwitzende Personen geeignet

Fazit der Kaltschaummatratzen
Kaltschaummatratzen sind besonders für Personen geeignet, die eine angenehme Körperunterstützung benötigen. Durch den abnehmbaren und waschbaren Bezug der Matratze, eignen sich Kaltschaummatratzen auch für Allergiker. Außerdem werden diejenigen sich über eine Kaltschaummatratze freuen, die dazu tendieren nachts schneller zu frieren. Personen, die nachts schneller schwitzen, sollten sich gegen eine Kaltschaummatratze entscheiden. Achten Sie außerdem beim Kauf einer Kaltschaummatratze auf ein gutes Lattenrost.

3. Viscomatratzen

Genau wie bei den Kaltschaum- und Latexmatratzen setzen sich auch die Viscomatratzen aus dem Matratzenbezug und dem Matratzenkern zusammen. Der Kern besteht meistens aus einer normalen Schaumstoffschicht und der besonderen Viscoschaumschicht zusammen. Der Viscoschaum wurde ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt. Hier mussten die Matratzen einem hohen Druck standhalten. Das besondere an dem Viscoschaum (auch Gedächtnisschaum genannt) ist, dass die Ursprungsform der Matratze sofort dann wieder eingenommen wird, sobald der Druck verschwindet. Das heißt, wenn Sie sich in der Nacht auf die andere Seite drehen, nimmt das Material seine ursprüngliche Form an und die eingespeicherte Wärme wird freigegeben. Das sorgt für ein sehr komfortables Liegegefühl und für ein angenehmes Schlafklima. Da das Material sehr empfindlich auf Druck reagiert und somit besonders weich ist, gibt es bei den meisten Modellen eine zusätzliche Kaltschaumschicht, um dem Schlafenden etwas mehr Stabilität zu geben.  Der Matratzenbezug als Obermaterial besteht dann aus natürlichem, atmungsaktivem Material.

Vorteile von Viscomatratzen:

  • Sehr hohe Anpassungsfähigkeit
  • Angenehmes Schlafklima
  • Lange haltbar
  • Für Allergiker geeignet

Nachteile von Viscomatratzen:

  • Relativ hohe Anschaffungskosten
  • Nicht für schnell schwitzende Personen geeignet
  • Gewisse Bewegungsunfreundlichkeit

Fazit der Viscomatratzen
Viscomatratzen sind besonders für die Personen geeignet, die sich während des Schlafens wenig bewegen und gerne weich liegen. Besonders Seitenschläfer wird die Viscomatratze durch die hohe Anpassungsfähigkeit gefallen. Außerdem eignet sich auch diese Matratze für Allergiker, da Milben wenig Chancen haben sich auf diesem Material niederzulassen. Weniger geeignet ist diese Matratze für Personen, die sich während des Schlafens viel bewegen, da die Viscomatratze weniger bewegungsfreundlich ist.

Unsere Betten-Marken: Tempur, Global, Natura oder Musterring

Natürlich ist die Matratze das Herzstück des Bettes. Jedoch sollte Ihnen auch das Bettgestell gefallen. Prinzipiell lässt sich sagen, dass jede Matratze (sofern sie den Abmessungen gerecht wird) in jedes Bettgestell hineinpasst. Wichtig ist, dass Sie auf ein passendes Lattenrost achten. Gerne können Sie sich die verschiedenen Bettgestelle auf unserer Website oder vor Ort angucken. Was gefällt Ihnen am besten? Wie wäre es mit einem modernen Musterring-Bett, einem ganz natürlichen Natura Bettgestell, einem klassischen Global Bett oder einem technisch-fortgeschrittenen Tempur-Bett?

Wenn Sie sich noch unsicher sind, welches Modell und welche Matratze für Sie geeignet ist, können Sie sich gerne bei unseren fachkundigen Einrichtungsexperten beraten lassen oder uns direkt in der Kemner Home Company besuchen kommen. Unser Einrichtungshaus befindet sich in Bad Bederkesa, ganz in der Nähe von Bremerhaven, Langen und Cuxhaven.